PM der Initiative „Kein bisschen Friede“ (Angry)

Chemnitzer Modell brilliert – Trauermarsch zerdeppert

2.200 Nazigegner haben heute erfolgreich den alljährlichen Trauermarsch der Nazis durch Chemnitz blockiert. 250 Nazis ärgerten sich vor dem Südbahnhof und standen sich die Füße in den Bauch. Ihre Route wurde auf 400 m verkürzt, vom Südbahnhof bis an die Lutherstraße und zurück.

Ein bisschen war dieser Erfolg abzusehen“ schmunzelt Ulli Katlewski, „schließlich hat der sächsische Innenminister noch heute morgen in der Presse seine Einsatzkräfte zur Deeskalation angehalten.

Diese Einsatzkräfte brachten es dann auf mehrere ID-Behandlungen und ca. 10 Ingewahrsamnahmen. Die Sanikräfte in den Demonstrationen sprachen von einigen Verletzten durch Pfefferspray-Einsätze. Gegenüber den letzten Jahren, mit bspw. 2011 dem brutalen Räumen von Sitzblockaden und 2012 der völlig überzogenen Abriegelung des Demonstrationskorridores für die Nazis, stellte die diesjährige Situation eine Zäsur dar.

Ob hierbei der anstehende Bügermeisterwahlkampf in Chemnitz eine gewisse Rolle spielt, darf gemutmaßt werden“, so Ulli Katlewski. „Natürlich will sich Chemnitz auch den Erfolg gönnen, den andere Städte mit Blockaden haben.

Welche Konsequenz die Erfolge haben, wenn Blockierende sich klar werden, dass ihre Aktionen nur mit Wohlwollen der Polizei funktionieren, läd weiter zu einer skeptischen Einschätzung ein.
Mit der erneuten Präsenz und Unterstützung durch Musiker_innen, Bands und andere kulturelle Akteure ist ein Grundstein für die Entwicklung einer kritischen Zivilgesellschaft gefestigt worden.

Ich hoffe, einige von heute auch in den kommenden Monaten bei Protesten vor dem Nazizentrum in Markersdorf und den Nazisläden der Stadt zu treffen. Denn es gibt noch viel zu tun“ so Katlewski. „Das martialische Aufgebot an einigen Blockadepunkten und die stationären Kameras an Versammlungsorten sind dabei Tatsachen, die darauf hindeuten, dass jene Zivilgesellschaft noch lange nicht ihrer bürgerlichen Freiheit überlassen werden soll.

Informationen unter:
Ulli Katlewski
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