Archiv für März 2013

PM der Initiative „Kein bisschen Friede“ (Angry)

Chemnitzer Modell brilliert – Trauermarsch zerdeppert

2.200 Nazigegner haben heute erfolgreich den alljährlichen Trauermarsch der Nazis durch Chemnitz blockiert. 250 Nazis ärgerten sich vor dem Südbahnhof und standen sich die Füße in den Bauch. Ihre Route wurde auf 400 m verkürzt, vom Südbahnhof bis an die Lutherstraße und zurück.

Ein bisschen war dieser Erfolg abzusehen“ schmunzelt Ulli Katlewski, „schließlich hat der sächsische Innenminister noch heute morgen in der Presse seine Einsatzkräfte zur Deeskalation angehalten.

Diese Einsatzkräfte brachten es dann auf mehrere ID-Behandlungen und ca. 10 Ingewahrsamnahmen. Die Sanikräfte in den Demonstrationen sprachen von einigen Verletzten durch Pfefferspray-Einsätze. Gegenüber den letzten Jahren, mit bspw. 2011 dem brutalen Räumen von Sitzblockaden und 2012 der völlig überzogenen Abriegelung des Demonstrationskorridores für die Nazis, stellte die diesjährige Situation eine Zäsur dar.

Ob hierbei der anstehende Bügermeisterwahlkampf in Chemnitz eine gewisse Rolle spielt, darf gemutmaßt werden“, so Ulli Katlewski. „Natürlich will sich Chemnitz auch den Erfolg gönnen, den andere Städte mit Blockaden haben.

Welche Konsequenz die Erfolge haben, wenn Blockierende sich klar werden, dass ihre Aktionen nur mit Wohlwollen der Polizei funktionieren, läd weiter zu einer skeptischen Einschätzung ein.
Mit der erneuten Präsenz und Unterstützung durch Musiker_innen, Bands und andere kulturelle Akteure ist ein Grundstein für die Entwicklung einer kritischen Zivilgesellschaft gefestigt worden.

Ich hoffe, einige von heute auch in den kommenden Monaten bei Protesten vor dem Nazizentrum in Markersdorf und den Nazisläden der Stadt zu treffen. Denn es gibt noch viel zu tun“ so Katlewski. „Das martialische Aufgebot an einigen Blockadepunkten und die stationären Kameras an Versammlungsorten sind dabei Tatsachen, die darauf hindeuten, dass jene Zivilgesellschaft noch lange nicht ihrer bürgerlichen Freiheit überlassen werden soll.

Informationen unter:
Ulli Katlewski
angry.blogsport.de
we_are_fucking_angry@riseup.net

Infos und Karten

Infostruktur
Es gibt eine Infostruktur ab 15 Uhr bis Ende der Aktionen am 5.März. Für Zeiten davor stehen weder EA noch Infostruktur zur Verfügung!

Infotelefon: 0157/81954307
Sanis: 0177/6218242
EA: 0341 / 211 93 13

Radio T wird von 18:00 bis 21:00 unter 102,7 MHz live berichten, durchaus mal einschalten!

Infos am 05.03.2013 unter:
Browser (de): https://linksunten.indymedia.org/de/ticker/c13
RSS-Reader (de): https://linksunten.indymedia.org/de/ticker/c13/feed
Smartphone (de): https://linksunten.indymedia.org/de/mobile/c13
Aktionshandy (de): http://lunte.indymedia.org

english
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Aktionshandy (en): http://lunte.indymedia.org/en

Demo-Tipps
Die Antifaschistische Aktion Karl-Marx-Stadt hat noch ein paar Tipps für Demos zusammengestellt, hier und hier.

Karten
Für den Tag stehen Euch folgende Karten stehen Euch zur Verfügung:
Druckversion Bunt als PNG
Druckversion Schwarz/Weiß als PNG
Webversion
Kleine Webversion
Druckversion Schwarz/Weiß als PDF
Druckversion Bunt als PDF

PM 03.03.13

Nazis blockieren statt trauern und frieren

Unter dem Motto „Kein bisschen Friede. Nazis und Opfermythos zerdeppern“ mobilisieren Chemnitzer Antifaschist_innen zur Verhinderung des Naziaufmarschs am 05.03. Noch immer können Nazis alljährlich ungestört ihren Trauermarsch durchführen und dabei Nationalsozialismus und Volksgemeinschaft propagieren. Stadt und Polizei gehen dabei Hand in Hand bei der Verhinderung notwendigen Protests gegen Sachsens zweitgrößten Naziaufmarsch. Protestierende werden als Störer_innen verunglimpft und mit Schikanen überzogen, als seien sie das eigentliche Problem an dem Tag.

Wir sind wild entschlossen, den Nazis dieses Jahr den Tag zu vermiesen und ihren Marsch zu verhindern“ so Ulli Katlewski von der Antifaschistischen Aktion Karl-Marx-Stadt, „dabei gilt unsere Intervention nicht allein den Nazis, sondern wir kritisieren auch die verklärte Opferinszenierung im offiziellen städtischen Gedenken und weisen das Konzept des Friedenstages vehement zurück.

Die Antifaschist_innen rufen alle auf, an diesem Tag den Naziaufmarsch zu verhindern. Gleichzeitig kritisieren sie die städtischen Veranstaltungen, die der nationalsozialistischen Chemnitzer_innen als vermeintliche Opfer gedenken und damit die Stichworte liefern, die neonazistische Geschichtsrevisionist_innen brauchen, um gesellschaftlich legitimiert zu
erscheinen.

Zum weitab des Naziaufmarsches stattfindenen Friedenstag bemerkt Ulli Katlewski: „Nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich stellt die Veranstaltung damit einen wenig geglückten Versuch der Auseinandersetzung mit Neonazis dar. Um so mehr freuen wir uns, dass Innenminister und sächsischer Polizeipräsident unserer Einladung folgen wollen und Herrn Reißmann diesmal vor Ort auf die Knüppelfinger schauen.

Informationen unter:
Ulli Katlewski
angry.blogsport.de
antifa-chemnitz@riseup.net

Was ist los am 5. März?

Chemnitz-Nazifrei
16:00 Hauptbahnhof Kundgebung und Demonstration über die Bahnhofstraße bis zum DAStietz/Einmündung Reitbahnstraße
hier ab 17:30 Zwischenkundgebung mit Musik, dann in die Reitbahnstraße

Studentische Demonstration/Stura
16:00 Mensa/Reichenhainer Straße Kundgebung, ab 17 Uhr Demonstration über die Reichenhainer Straße, Dittesstraße, Zschopauer Straße, Zwischenkundgebung Ritterstraße usw.

Veranstaltungen des Friedenstages
ab 17:00 „Friedenswege“ mit Kerzentragen von sechs Kirchen zum Rathaus
ab 18:00 Neumarkt: Kundgebung mit Oberbürgermeisterin
ab 19:30 Jakobikirchplatz: Eine Pyramide wird präsentiert und ab 21:00 zum Neumarkt getragen

Nazi-Aufmarsch
ab 18:00 am Südbahnhof, Start wahrscheinlich 19:00
Über die geplante Route kann nur gemutmaßt werden, wahrscheinlich ist die vom letzten Jahr, also über Reichenhainer Straße, Lutherstraße, Bernsdorfer Straße, Reitbahnstraße, Annenstraße, Annaberger Straße, Gustav-Freytag-Straße.