Zumindest einer

Im Vergleich zum alten Reaktor der TU Chemnitz hat der neue Prof. Dr. Arnold van Zyl zumindest einmal nach gedacht bevor er den Mund aufgemacht hat. Er weiß zumindest über ein Denkmal im Innenhof des Universitätsteils an der Straße der Nationen. Im Innenhof des Gebäudes wurden Jüdinnen und Juden gesammelt für die weitere Deportation in verschiedene Lager.
Damit ist er zumindest schon einmal weiter als die meisten Anderen. Mensch merkt gleich, dass er zumindest noch nicht ganz so lange im Elendsgebiet der verschimmelten Pflauem (aka Chemnitz) verweilt. Es sei ihm eine lange Resistenz gewünscht.

„Vorurteile und Ängste abbauen“ – Gedanken zum Friedenstag am 5. März

Prof. Dr. Arnold van Zyl, 52 Jahre, designierter Rektor der Technischen Universität Chemnitz: „Im Innenhof des Universitätsteils Straße der Nationen erinnert ein Gedenkstein an die Chemnitzer Opfer des Nationalsozialismus. Er zeigt, wie wichtig es ist, dem Vergessen entgegenzuwirken und sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen – und das nicht nur am Friedenstag. Er fordert aber auch auf, sich zu Demokratie und Toleranz zu bekennen und durch Wissen einen Wandel in den Köpfen zu erreichen.

Die TU Chemnitz ist eine weltoffene Universität, die sich für interkulturellen Dialog einsetzt und an der täglich dieser Dialog gelebt wird. Aktuell studieren an unserer Universität 10.850 junge Menschen, darunter 867 ausländische Studenten aus 79 Ländern. Hinzu kommen etwa 2000 Mitarbeiter, darunter viele Forscher aus aller Welt. Im akademischen Betrieb eingebundene Menschen müssen jeden Tag ihr Wissen im Dialog miteinander, aber auch mit anderen Menschen – egal, wo auf dem Globus – dafür einzusetzen, dass sich ein Nährboden für Menschheitsverbrechen wie die des Nationalsozialismus gar nicht erst bilden kann. In unserer globalisierten Welt ist es enorm wichtig, durch Wissen Vorurteile und Ängste abzubauen, unsere Gesellschaft aufzuklären und Argumente zu haben, um faschistischen oder rassistischen Anfeindungen wirkungsvoll zu begegnen. Der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern fördert diesen Dialog.“ (mib)

Quelle: Freie Presse/Chemnitzer Zeitung Samstag, den 25. Februar 2012